Wichtiges über Dividenden
Dividenden gelten für viele Anleger als „Belohnung fürs Investiertsein“. Doch eine hohe Dividende ist nicht automatisch gut – und eine niedrige Dividende nicht automatisch schlecht. Entscheidend ist immer der Kontext.
Was ist eine Dividende?
Eine Dividende ist der Teil des Unternehmensgewinns, der an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Sie wird meist jährlich gezahlt und pro Aktie ausgewiesen. Aber auch kürzere Auszahlungsintervalle sind möglich. Hier gibt es Aktien und ETFs, die sogar monatlich ausschütten.
Ein Unternehmen erzielt 1 Mrd. € Gewinn und schüttet 400 Mio. € aus.
→ Die restlichen 600 Mio. € bleiben im Unternehmen für Investitionen.
Wann ist eine Dividende „gut“?
Eine gute Dividende ist nicht möglichst hoch, sondern nachhaltig finanzierbar und langfristig stabil.
- Sie wird aus echtem Cashflow gezahlt
- Sie wächst über Jahre moderat
- Sie gefährdet nicht die Bilanz
Zentrale Dividenden-Kennzahlen
1️⃣ Dividendenrendite
Formel:
Dividende je Aktie / Aktienkurs × 100
Sie zeigt, wie viel Prozent Rendite man aktuell aus der Dividende erhält.
Dividende: 3 € | Aktienkurs: 100 €
→ Dividendenrendite = 3 %
Einordnung:
2–4 % gelten oft als gesund.
Sehr hohe Werte (>7 %) sind häufig ein Warnsignal.
2️⃣ Ausschüttungsquote (Payout Ratio)
Formel:
Dividende / Gewinn × 100
Sie zeigt, wie viel vom Gewinn ausgeschüttet wird.
Gewinn je Aktie: 5 € | Dividende: 3 €
→ Ausschüttungsquote = 60 %
Einordnung:
40–60 % gilt oft als ausgewogen.
Über 80 % bedeutet: kaum Spielraum für Krisen.
3️⃣ Free-Cashflow-Deckung
Entscheidend ist, ob die Dividende aus dem freien Cashflow und nicht aus Schulden finanziert wird.
Free Cashflow > Dividendenzahlungen = solide Basis
Wann ist eine Dividende problematisch?
- Sehr hohe Dividendenrendite wegen stark gefallenem Kurs
- Stetig steigende Ausschüttungsquote
- Dividende wird trotz sinkender Gewinne gehalten
In solchen Fällen ist die Dividende oft nicht nachhaltig und wird früher oder später gekürzt.
Dividende vs. Wachstum
Reife Unternehmen zahlen oft Dividenden, während wachstumsstarke Firmen Gewinne reinvestieren. Beides kann sinnvoll sein – abhängig vom Geschäftsmodell und den eigenen Zielen.
Dividenden sind kein Ersatz für eine Fundamentalanalyse, sondern ein Baustein davon.
Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden und erfolgen stets auf eigene Verantwortung.


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