Next Level: ETF als Trading-Instrument

ETF neu gedacht: Swing Trading mit ausschüttenden Index-ETFs

Üblicherweise lautet der Standardrat: Einen thesaurierenden ETF auf einen großen Index wie MSCI World, ACWI oder S&P 500 besparen – langfristig, ruhig, diszipliniert. Das ist ein solides Fundament. Aber es gibt auch eine interessante Alternative für Seitwärtsphasen.

Die Idee: Einen ausschüttenden ETF auf einen breiten Index nicht nur halten, sondern aktiv zu swing-traden – besonders in Marktphasen, in denen der Index über längere Zeit eher seitwärts läuft.

Warum gerade ein Index-ETF?

Ein ETF auf den S&P 500 oder MSCI World ist in der Regel deutlich stabiler als eine einzelne Aktie. Man trägt kein Unternehmensrisiko, sondern setzt auf die breite Wirtschaft. Dadurch kann man – im Vergleich zu Einzelaktien – oft mit größeren Beträgen arbeiten, ohne bei jeder kleinen Bewegung nervös zu werden.

Der Kern der Strategie

Märkte bewegen sich nicht nur nach oben oder unten – es gibt immer wieder Seitwärtsphasen. Historisch zeigen sich zudem gewisse Saisonalitäten: Manche Monate (z.B. Sommermonate) verlaufen häufig träger, während andere eher schwächer sind – ideale Zonen für „Buy the Dip“-Bewegungen innerhalb einer Range.

In solchen Phasen kann man:

➜ Rücksetzer kaufen ➜ Erholungen in den oberen Bereich der Range verkaufen ➜ Später ggf. wieder unter dem vorherigen Verkaufskurs einsteigen

Der besondere Vorteil eines ausschüttenden ETFs

Sollte eine Position etwas länger im Minus stehen, erhält man durch die Ausschüttung eine Art „Wartegeld“. Während man auf die nächste Aufwärtsbewegung wartet, fließt zumindest ein Teil der Rendite als Dividende zurück.

Da man mit einem stabilen Index-ETF oft größere Beträge einsetzen kann, reichen schon kleine prozentuale Bewegungen, um attraktive absolute Gewinne zu erzielen.

Worauf man unbedingt achten muss

Diese Idee funktioniert nicht in jedem Marktumfeld. Wichtige Punkte:

✔ Der Markt sollte sich tatsächlich in einer Seitwärtsphase befinden ✔ Technische Analyse kann helfen, Range-Bereiche zu identifizieren ✔ Transaktionskosten dürfen die Gewinne nicht auffressen ✔ Stark trendende Märkte (Crash oder Rally) sind ungeeignet

Fazit

ETFs sind nicht nur Sparplan-Instrumente. In bestimmten Marktphasen können sie auch als relativ risikoarmes Trading-Vehikel genutzt werden. Breite Streuung + Ausschüttung + kleine wiederkehrende Kursbewegungen – daraus kann sich ein interessantes Zusatzkonzept entwickeln.

Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die beschriebene Strategie ist mit Risiken verbunden und eignet sich nicht für jedes Marktumfeld oder jeden Anleger. Kursschwankungen, Fehlinterpretationen von Marktphasen sowie Transaktionskosten können zu Verlusten führen. Jede Investitionsentscheidung erfolgt eigenverantwortlich.

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